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…is Anonymous Lefty, who also wrote a piece on the Howard-Obama story. You will now also find a link to Lefty on my blogroll.

Für jemanden, der sich eigentlich nicht für Religion interessiert, beschäftigte sich Robinson letzthin doch etwas viel mit dem Thema. So hat er eine Website abgesurft, die er recht interessant fand: http://www.blasphemychallenge.com/. Die Besucher werden aufgefordert, ein Video auf YouTube zu laden, in dem sie sich zum Atheismus bekennen. Robinson zog erst in Erwägung, da mitzumachen. Er liess es dann aber sein, weil es (1) ja doch nichts bringt, er (2) nicht unnötig provozieren wollte, (3) zwanghafte Bekenneritis einer seiner Kritikpunkte an Religionen ist und (4) er sich nicht irgendwann irgendwo bewerben möchte, nur um festzustellen, dass der Personalverantwortliche zufälligerweise im Brüderverein ist und «Gesucht»-Porträts an den Wänden hat von allen, die sich auf YouTube das Ticket in die Hölle gebucht haben.

 

 

Wenn jetzt irgendwelche Freikirchler Robinson vorwerfen, er tue mit diesem Post ja genau das, was er mit YouTube nicht machen wollte (Zeit verschwenden, provozieren, bekennen und sich einem gewissen Risiko aussetzen), so antwortet er: «Kann ich doch nichts für, das war mein Autor, nicht ich!» Doch auch der Autor bekennt sich zwar schuldig, will hiermit aber auch beweisen, wie tolerant er doch gegenüber Religionen ist. So ist doch in Australien, oder genauer in Sydney, letzthin eine reichlich eigenartige Debatte entflammt, die Robinson für ungerechtfertigt anti-Islamisch hält. Robinson erzählt, liebe Kinderchen, also heute das Märchen von der geschächteten Schoggi.

 

 

Das geht so: Es war einmal, oder ist eigentlich immer noch, eine Firma, die heisst, sagen wir, Nestle. Nestle ist schon rein dadurch eine unwahrscheinlich tolle Firma, weil sie aus der Schweiz kommt. Und weil sie so wahnsinnig geschickt ist im Umgang mit öffentlicher Kritik: Sie geht vor Gericht, und wenn sie verliert schweigt sie ganz einfach. Ist ja auch verständlich, bei so banalen Vorwürfen wie Kindstötung.

 

 

Die liebe kleine Nestle spazierte also letzthin mit ihrem roten Schweizer-Käppi durch den dunklen Häuserwald, den die Waldmenschen Sydney nennen. Es hatte einen Korb voll selbstgemachte Kit-Kats dabei, den es seinem Grosi überreichen wollte, das gerade krank im Bett lag. Sein Grosi heisst übrigens Hamida. Hamida ist Muslimin, weil ihre Eltern sie so erzogen haben und weil sie sich gar nie gefragt hat, ob es eigentlich Sinn macht, einer Religion anzugehören. Item, Nestle hatte ihr Grosi trotzdem gern.

 

 

Nestle wusste, dass Ihre Grossmutter es nicht gerne hat, wenn man ihr einfach Schweinefleisch unterjubelt. Oder Produkte von Viechern, die nicht nach islamischem Ritus geschlachtet wurden, die also nicht halal sind. Um ihr Grosi von der halal-Reinheit ihrer Kit-Kats zu überzeugen, hat sie sich beim Büro 416 des Islamischen Rates von Victoria einen Stempel geholt, den sie auf jedes Kit-Kat drücken konnte. Der Stempel besagt: «Halal approved» («Halal-konform»). Nestle war ganz besonders stolz auf dieses tolle Produkt, das so rein ist, dass alle es essen können, Christen, Juden, Muslime, Buddhisten, Raelianer, Atheisten, ja sogar Fetischisten und Klima-Veränderungs-Leugner.

 

 

Nestle drückte nun also den «Halal-konform»-Stempel auf jedes ihrer Kit-Kats. Bis dahin waren Kit-Kats nur als Zahnkiller, Arterienverstopfer, und Fettmacher bekannt, doch nun verwandelte sich das Schoggi-Biscuit in ein stinkendes, schleimiges, in Burkas gehülltes, mit Bomben versehenes, mit lauten Muezzin-Gedröhne in Arabisch vor sich hin betendes Stück Schock-Olade. Oder jedenfalls sahen das die Shock-Jocks so, allen voran unser allerliebster Kreuzzüger, Alan Jones von 2GB. Wenn es dieser Anglo-Heimatschützer bisher nicht für nötig befunden hat, Nestle für irgend etwas zu kritisieren: Jetzt hat die Stunde geschlagen. Aufruf zum Boykott! «Kauft keine Kit-Kats», rief er seinen Zuhörern zu. Und die Cheerios, die Babynahrungsgläser und was Nestle sonst noch alles herstellt sollten die Leute auch noch gleich im Regal stehen lassen. Ein solcher Terror-Stempel muss natürlich bestraft werden!

 

 

Robinson, der die Szene im Sydney-Wald zufälligerweise mitbekommen hat, langte sich nur an den Kopf. Tststs… Schlimm genug, dass es Leute gibt, die aus religiösen Gründen auf Schoggi verzichten würden. Aber dass es dann auch noch Rassisten gibt, die es Angehörigen dieser Gruppen missgönnen, in den Genuss von Kit-Kats zu kommen, das stimmte Robinson nachdenklich. Er stellte folgende Theorie auf: Alan Jones ist Kit-Kat-süchtig. Der Shock-Jock kann nicht genug davon kriegen und hat deshalb einen gar nicht so dummen Plan ausgeheckt: Zuerst dafür sorgen, dass der Stempel verschwindet. Dann essen ihm keine Muslime die Kit-Kats weg. Gleichzeitig dafür sorgen, dass Jones’ Zuhörer auch keine Kit-Kats essen. Drittens, und darauf wartet Robinson nun, wird Jones nächstens wohl dafür lobbyieren, dass ein neuer Stempel auf die Kit-Kats kommt: Nur geeignet für ältere, ultra-konservative, anglikanische Schock-Jocks, mit schillernder Vergangenheit und guten Beziehungen zum australischen Premierminister. Das sollte sicherstellen, dass der ärmste nicht zu kurz kommt, weil ganz Australien auf Kit-Kats verzichtet.

 

 

Ganz Australien? Nein! Ein von unbeugsamen Schweizern betriebener Blog hört nicht auf, Widerstand zu leisten. «Boykottiert Nestle soviel ihr wollt!», ruft Robinson seinen gleichgesinnten zu, «aber kauft und esst Kit-Kats. Es hat genug für alle. Und Alan Jones hat sie nicht alle…für sich selbst verdient».

 

«Die Indonesier», wäre die gewünschte Antwort, wenn die Rede vom H5N1- aka Vogelgrippe-Virus ist. So lächerlich es klingen mag, Indonesien proklamiert Urheberrechte auf die indonesische Variante des Virus. Ehrlich, wer’s nicht glaubt hört sich mal diesen ABC-Beitrag an (auf Englisch). Der Grund für dieses eigenartige Anliegen: Die Australische Pharma-Firma CSL arbeitet an einem Impfstoff, während die indonesische Regierung zusammen mit dem US Pharma-Unternehmen Baxter selbst auch eine Impfmethode entwickeln will. Robinson wagt mal die Annahme, dass es den Geimpften wohl mehr oder weniger gleich ist, ob die indonesische Regierung an ihrer Impfung mitverdient, solange sie nur sicher sind vor dieser heimtückischen Krankheit.

 

 

Und dann: Die Geschichte mit dem Penis auf dem Rasen der Bellemoor Secondary School in England soll hier nicht mehr näher untersucht werden. Fäkalhumor der Unreifen interessiert uns nicht. Oder nur am Rande. Jedenfalls nicht genug, um diesen (englischen) Artikel in der Melbourner Zeitung The Age anzuklicken.

 

 

Zum Abschluss wieder mal was zum Thema Religion. In Australien ist es üblich, dass Schulen und Kirchen beim Eingang ein Message-Board haben. Meist steht nur administratives Zeugs drauf wie «Schulferien bis am soundsovielten» oder «Predigt immer Sonntags um 9 Uhr» und so weiter. Manchmal steht auch was Informelles drauf wie «Wünschen viel Glück für die Prüfungen» oder «Jetzt ist die sicherste Zeit für einen Kirchenbesuch: Unser Pfarrer ist in den Ferien».

Heute gab es aber eine Kontroverse in den Medien. Mehrere Kirchen in Sydney, einschliesslich der Baptisten, haben folgenden Satz auf ihr Message-Board geklebt: «Jesus Loves Osama». Premierminister Howard zeigte sich erstaunt über die «Prioritäten» dieser Kirchen; er finde Kirchen seien zum Beten da, nicht zum Provozieren.

Obschon Robinson es noch immer nicht geschafft hat, zum Gläubigen aufzusteigen, meint er, die Botschaft besser verstanden zu haben als die betüpften Kirchengänger: Es geht ja nicht darum, zu sagen Osama sei ein guter Mensch. Im Gegenteil: Die haben sich die verabscheuungswürdigste Person ausgesucht die man sich denken kann, jemand der grad so böse ist wie Hitler und Stalin es waren, jemand der ebenso so viel Elend anrichtet wie George W Bush. Die haben sich extra eine solche Person ausgesucht, um zu illustrieren, wie ihr Jesus doch grosszügig ist, und wie radikal das Bibel-Zitat «Liebe Deine Feinde und bete für die, die Dich verfolgen» eben gilt.

Der Blasphemische wendet sich ab und sagt: «Was Jesus und Osama zusammen machen ist deren Privatsache, ich habe weder mit dem einen noch dem andern zu schaffen».

A Sudanese refugee was bashed up in Parramatta lately. After Tamworth rednecks and Sydney metropolitan shock jocks whipped up anti-Sudanese sentiments (aided by the unfortunate fact that the man who was found guilty by a Victorian court of having raped three women happened to be Sudanese), this does not really come as a surprise. What did come as a surprise was this laconic news read on Channel Ten, where they said police re-enacted the Parramatta bashing in the hope of jogging witnesses’ memories. Robinson scratches his head: «Another bashing… A bashing with good intentions at least.»

 

Another strange story was heard on ABC local radio with Virginia Trioli. A group of medicos, called the Perth Group, claims HIV/AIDS does not exist, or at least that there is no connection between having HIV and AIDS. People who had unprotected sex although they knew they had the virus use the group’s «findings» as a defence before court. The group has even been able to get South African President Thabo Mbeki to question whether AIDS exists. «What a great contribution to Africa’s prevention efforts», Robinson thinks sarcastically.

 

And then Qantas: Today they apologised for showing a censored version of the movie The Queen. Their international film distributor had bleeped the word «God» – apparently a new staff member regarded it as a swearword. Robinson declines to comment… – … «Muwahahahahaaaa!»

…, according to Brisbane radio station 4BC, in the US has been the Australian Open. Where, it has to be noted, Roger Federer was shining again. As Robinson used to say: «The others are quite feder too, but Roger is even federer!»

 

In Australia, Internet surfers hoped to find information about Myspace, eBay, games, Runescape, White Pages and Christmas. «As if you would google for that stuff!», Robinson exclaims. Apart from «games» and «Christmas», you would assume that it is quite obvious where to surf to get onto Myspace, eBay, Runescape and the White Pages. Robinson theorises: «If we take human rationality for granted, the only reasons for such search strings to be typed into Google would be that people did not want to access the respective websites, but rather wanted to get third-party information and/or opinions about the websites. This suggests a general distrust in how these companies do business.» Though Robinson has to admit it is more plausible just to assume surfers are not rational or lack the imagination to find the most basic commercial sites without Google.

 

However, Robinson would like to add that he is convinced the weekly results only reflect reality after the exclusion of search terms like fuck, tits, pussy, prick, cunt, dick, slut, whore and so on. He would like to apologise to all the masturbating surfers who have clicked on this blog searching for fucks, tits, pussies, pricks, cunts, dicks, sluts and whores without finding what they were after. But thanks for the clicks anyway.

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