Da könnt ihr noch was lernen…
Sonntag, 25 März 2007
Da könnt ihr noch was lernen…
Montag, 19 März 2007
Robinson weiss nicht, wie viel die Schweizer von dieser Geschichte mitbekommen haben: Auf einem Qantas-Flug hatte Schauspieler Ralph Fiennes (Hauptrolle in Schindlers Liste) eine, sagen wir, «romantische Begegnung» mit einer Stewardess, oder wie man denen heute sagt. Die Luft-Serviertochter hatte danach, trotz aller Liebe, die sie für den Star empfindet, beschlossen, Details dieser «Begegnung» an eine Zeitung zu verkaufen. (mehr…)
Sonntag, 18 März 2007
Nein, kein Tippfehler. Dieser Eintrag enthält einen toten, nicht einen tollen Link. Vor nicht allzu langer Zeit, wäre derselbe Link noch toll gewesen, jetzt ist er nur noch tot. Denn der Biobauer hat seinen Blog liquidiert. Rechtsgerichtete Vollidioten haben dem armen Tropf Drohungen gemacht. Von wegen «wir wissen wo du wohnst» und so. Der Bauer hat Familie und somit wesentlich mehr zu verlieren als einen Blog. Deshalb – oder Robinson vermutet zumindest es sei deshalb gewesen – hat er ihn abgestellt. Einen guten Blog – einfach weggemacht. Nicht mehr da.
Zeit, Blumen aufs Linkgrab zu legen. Hier. Robinson trauert. Er hofft, das wird das erste und letzte Mal sein, dass er einen toten Link setzen muss.
Sonntag, 18 März 2007
Robinson noticed that someone created a Google translation of his blog the other day. He can understand that some English speakers would be annoyed to surf his page and mainly find German posts. But does that justify using the nonsensical Google translation facility? See for yourself...
Robinson assumes that the reason for this act of desperation lies in him creating links in a German context to the English-speaking blogosphere. Fair enough. It may have been Anonymous Lefty, who was mentioned favourably in the last German post, who wanted to make sure Robinson wasn’t throwing mud at him.
Robinson first considered writing each post in both languages. But it’s just too time consuming and boring to ponder over the same topics again and again. Sorry. But he encourages readers to ask questions, if there are any.
Samstag, 17 März 2007
Nach- oder eigentlich Vortrag: Dieses Stöckchen kam einigen Surfern bisher wohl recht random vor. Robinson hat schlicht und einfach vergessen zu erwähnen, dass Pipollina ihm hier dieses Stöckchen zugeworfen hat, mit der freundlichen (und deutlichen) Bitte, es baldmöglichst auszufüllen. Was Robinson hiermit natürlich gerne tat. Und jetzt steht hier sogar eine erklärende Einleitung.
4 Jobs, die Du in Deinem Leben hattest: (mehr…)
Dienstag, 13 März 2007
Nachtrag 19. März 2007: Aufgrund der vielen Klicks, die auf diesem Eintrag landeten, hat Robinson beschlossen, eine eigene Kategorie für Schweiz-Meldungen zu eröffnen. Der neuste Beitrag zu diesem Thema ist hier.
Robinson sitzt ja an der Quelle der Weisheit, die tagtäglich seinen australischen Mitbürgern aus den Medien entgegen sprudelt: Mit einem Mausklick kann er herausfinden, was in der letzten Woche über die sympathische Firma, die da zum Beispiel Macquarie Bank heisst, am Radio und im Fernsehen gesagt wurde (nicht viel Gutes). Letzte Woche einmal kam Robinson auf die unglaublich brillante Idee, den gleichen Dienst mal dem anderen Vaterland zu leisten. (mehr…)
Dienstag, 13 Februar 2007
Robinson really intended to write an English post this time – to balance things out, as this blog has an increasing tendency towards the German language. But the English-speaking blogosphere was so quick to comment on the Howard-Obama story, which is Robinson’s issue for the day, that there is not much benefit in adding yet another English voice to it. So once more: A German post on an Australian issue. Or an American issue. Or an Iraqi issue. Or…well an issue that interests some people. People like Robinson.
«So, Ihr lieben. Euer Märlionkel wird euch jetzt die Geschichte von der Wahrheit erzählen. Die Wahrheit hat die englischsprachige Blogosphäre schon erreicht, gerne gebe ich dieses wertvolle Wissen nun auch an die Nordhalbkugel weiter. (mehr…)
Freitag, 9 Februar 2007
Für jemanden, der sich eigentlich nicht für Religion interessiert, beschäftigte sich Robinson letzthin doch etwas viel mit dem Thema. So hat er eine Website abgesurft, die er recht interessant fand: http://www.blasphemychallenge.com/. Die Besucher werden aufgefordert, ein Video auf YouTube zu laden, in dem sie sich zum Atheismus bekennen. Robinson zog erst in Erwägung, da mitzumachen. Er liess es dann aber sein, weil es (1) ja doch nichts bringt, er (2) nicht unnötig provozieren wollte, (3) zwanghafte Bekenneritis einer seiner Kritikpunkte an Religionen ist und (4) er sich nicht irgendwann irgendwo bewerben möchte, nur um festzustellen, dass der Personalverantwortliche zufälligerweise im Brüderverein ist und «Gesucht»-Porträts an den Wänden hat von allen, die sich auf YouTube das Ticket in die Hölle gebucht haben.
Wenn jetzt irgendwelche Freikirchler Robinson vorwerfen, er tue mit diesem Post ja genau das, was er mit YouTube nicht machen wollte (Zeit verschwenden, provozieren, bekennen und sich einem gewissen Risiko aussetzen), so antwortet er: «Kann ich doch nichts für, das war mein Autor, nicht ich!» Doch auch der Autor bekennt sich zwar schuldig, will hiermit aber auch beweisen, wie tolerant er doch gegenüber Religionen ist. So ist doch in Australien, oder genauer in Sydney, letzthin eine reichlich eigenartige Debatte entflammt, die Robinson für ungerechtfertigt anti-Islamisch hält. Robinson erzählt, liebe Kinderchen, also heute das Märchen von der geschächteten Schoggi.
Das geht so: Es war einmal, oder ist eigentlich immer noch, eine Firma, die heisst, sagen wir, Nestle. Nestle ist schon rein dadurch eine unwahrscheinlich tolle Firma, weil sie aus der Schweiz kommt. Und weil sie so wahnsinnig geschickt ist im Umgang mit öffentlicher Kritik: Sie geht vor Gericht, und wenn sie verliert schweigt sie ganz einfach. Ist ja auch verständlich, bei so banalen Vorwürfen wie Kindstötung.
Die liebe kleine Nestle spazierte also letzthin mit ihrem roten Schweizer-Käppi durch den dunklen Häuserwald, den die Waldmenschen Sydney nennen. Es hatte einen Korb voll selbstgemachte Kit-Kats dabei, den es seinem Grosi überreichen wollte, das gerade krank im Bett lag. Sein Grosi heisst übrigens Hamida. Hamida ist Muslimin, weil ihre Eltern sie so erzogen haben und weil sie sich gar nie gefragt hat, ob es eigentlich Sinn macht, einer Religion anzugehören. Item, Nestle hatte ihr Grosi trotzdem gern.
Nestle wusste, dass Ihre Grossmutter es nicht gerne hat, wenn man ihr einfach Schweinefleisch unterjubelt. Oder Produkte von Viechern, die nicht nach islamischem Ritus geschlachtet wurden, die also nicht halal sind. Um ihr Grosi von der halal-Reinheit ihrer Kit-Kats zu überzeugen, hat sie sich beim Büro 416 des Islamischen Rates von Victoria einen Stempel geholt, den sie auf jedes Kit-Kat drücken konnte. Der Stempel besagt: «Halal approved» («Halal-konform»). Nestle war ganz besonders stolz auf dieses tolle Produkt, das so rein ist, dass alle es essen können, Christen, Juden, Muslime, Buddhisten, Raelianer, Atheisten, ja sogar Fetischisten und Klima-Veränderungs-Leugner.
Nestle drückte nun also den «Halal-konform»-Stempel auf jedes ihrer Kit-Kats. Bis dahin waren Kit-Kats nur als Zahnkiller, Arterienverstopfer, und Fettmacher bekannt, doch nun verwandelte sich das Schoggi-Biscuit in ein stinkendes, schleimiges, in Burkas gehülltes, mit Bomben versehenes, mit lauten Muezzin-Gedröhne in Arabisch vor sich hin betendes Stück Schock-Olade. Oder jedenfalls sahen das die Shock-Jocks so, allen voran unser allerliebster Kreuzzüger, Alan Jones von 2GB. Wenn es dieser Anglo-Heimatschützer bisher nicht für nötig befunden hat, Nestle für irgend etwas zu kritisieren: Jetzt hat die Stunde geschlagen. Aufruf zum Boykott! «Kauft keine Kit-Kats», rief er seinen Zuhörern zu. Und die Cheerios, die Babynahrungsgläser und was Nestle sonst noch alles herstellt sollten die Leute auch noch gleich im Regal stehen lassen. Ein solcher Terror-Stempel muss natürlich bestraft werden!
Robinson, der die Szene im Sydney-Wald zufälligerweise mitbekommen hat, langte sich nur an den Kopf. Tststs… Schlimm genug, dass es Leute gibt, die aus religiösen Gründen auf Schoggi verzichten würden. Aber dass es dann auch noch Rassisten gibt, die es Angehörigen dieser Gruppen missgönnen, in den Genuss von Kit-Kats zu kommen, das stimmte Robinson nachdenklich. Er stellte folgende Theorie auf: Alan Jones ist Kit-Kat-süchtig. Der Shock-Jock kann nicht genug davon kriegen und hat deshalb einen gar nicht so dummen Plan ausgeheckt: Zuerst dafür sorgen, dass der Stempel verschwindet. Dann essen ihm keine Muslime die Kit-Kats weg. Gleichzeitig dafür sorgen, dass Jones’ Zuhörer auch keine Kit-Kats essen. Drittens, und darauf wartet Robinson nun, wird Jones nächstens wohl dafür lobbyieren, dass ein neuer Stempel auf die Kit-Kats kommt: Nur geeignet für ältere, ultra-konservative, anglikanische Schock-Jocks, mit schillernder Vergangenheit und guten Beziehungen zum australischen Premierminister. Das sollte sicherstellen, dass der ärmste nicht zu kurz kommt, weil ganz Australien auf Kit-Kats verzichtet.
Ganz Australien? Nein! Ein von unbeugsamen Schweizern betriebener Blog hört nicht auf, Widerstand zu leisten. «Boykottiert Nestle soviel ihr wollt!», ruft Robinson seinen gleichgesinnten zu, «aber kauft und esst Kit-Kats. Es hat genug für alle. Und Alan Jones hat sie nicht alle…für sich selbst verdient».
Samstag, 3 Februar 2007
«Pipollina war frech genug anzunehmen, ich hätte Macken! Pa! Als ob! Robinson und… Hmmm…», wurde Robinson nachdenklich. Könnte es denn sein, dass auch Aus- und Einwanderer wie er Macken haben? Würde es verstanden, wenn er sich einfach weigerte, das Stöckchen aufzufangen? Wird Hillary Clinton die erste Präsidentin der USA? Und: Gibt es wirklich schwule Delfine? «Nicht ablenken!», kreischt Pipollina den armen Robinson an. Wie immer, wenn er denken muss, zieht er sich aufs Klo zurück, und beginnt, sich ehrlich nach seinen Macken auszufragen.
«Meine schlimmste Macke:»
schreibt er sorgfältig auf, «Besserwisserei. Das ist die einzige Macke auf dieser Liste, die mir auch schon vorgeworfen worden ist. Ich weiss ja dass es unangenehm ist, auf Denkfehler und Falschinformationen hingewiesen zu werden. Und doch: Ich zeige damit ja nur, dass ich ein guter und ehrlicher Freund bin, der Unwissenheit mit der Weisheit, die ich mit Löffeln gegessen habe, zu ersetzen versucht», rechtfertigt sich Robinson. «Soll ich denn Unwahrheiten einfach überleben und sich vermehren lassen? Niemals! Immer werde ich mein Informations-Insektizid gegen das Desinformations-Ungeziefer sprayen, koste es was es wolle!» Robinson erschrickt ab seiner eigenen Radikalität, und wendet sich lieber der nächsten, zweitschlimmsten Macke zu…
«Meine zweitschlimmste Macke:
Ungeduld. Die habe ich eigentlich gar nicht; im Gegenteil, ich bin relativ gut im Warten. Aber wenn mich potentielle Arbeitgeber nach Stärken und Schwächen fragen, sage ich bei den Schwächen immer ‘Ungeduld’, weil das ja irgendwie positiv fürs Geschäft sein kann. Ehrlicherweise müsste meine zweitschlimmste Macke wohl eher heissen: ‘Nicht über jeden Zweifel erhabene Ehrlichkeit’. Aber das ist zu lang. Und zu ehrlich. Passt nicht zu mir.
Meine potentiell peinlichste Macke:
Ich hoffe die wird nie jemand herausfinden, sonst muss ich leider in der Erde versinken.» Robinson hält sich für ganz besonders schlau, so ums Niederschreiben seiner Macke herumgekommen zu sein, ohne zu suggerieren, es sei keine da.
«Meine fast vergessene und doch immer wieder erinnerte Macke:
Nasebohren. Speziell wenn ich nicht weiss wohin mit dem Popel. Essen ist ja eigentlich die sauberste Lösung, und als Kind wandte ich diese Art der Beweismittelvernichtung gerne immer mal wieder an. Heute bevorzuge ich abstreichen. Wenn an einem Stuhl, etwa in der Schule und später an der Uni, bereits etliche Kaugummis kleben, kommt’s ja auf mein Bergbau-Nebenprodukt auch nicht mehr an. Hingegen mache ich nicht gerne Dinge dreckig, die bisher sauber waren. So bleibt mir dann wiederum nur das Runterschlucken.
Igitt!», entfährt es Robinson. «Da kommen mir ja Dinge in den Sinn, die ich nicht mal von mir selbst wusste.» Er möchte beschwichtigen: «Keine Angst, bei mir zu Hause kleben weder Kaugummis noch Popel. Hier habe ich eine gute Infrastruktur, um alle Nebenprodukte des Lebens in hygienischer Weise zu entsorgen. Und heute habe ich das Bohren mehr oder weniger mit Schneuzen ersetzt.
Meine unglaublichste Macke:
Ganz ehrlich: Ich bin der irrigen und sinnlosen Annahme verfallen, es gäbe linke und rechte Socken. Wenn ich mich morgens also anziehe, halte ich je eine Socke in beiden Händen und lasse sie locker herunterbaumeln. Wenn’s nun nicht ganz eindeutig aussieht, welche Socke an welchen Fuss kommt, helfe ich mit Schütteln manchmal nach. Wenn es immer noch, sagen wir, nach zwei linken Socken aussieht, ziehe ich links die Socke an, die noch linker aussieht als die andere. Rechts kommt dann die andere linke Socke hin. Wenn das nun nicht unglaublich ist!» Der Autor möchte hinzufügen: Robinson hat diese Macke wirklich. Und er weiss wie verrückt sie ist. Er hält sie aber für so harmlos, dass er sie getrost behalten kann.
«Meine kränkste Macke:
Furzen.» Robinson weiss, dass Furzen keine Krankheit ist. Aber er meint, mehr Darmwinde von sich geben zu müssen als andere. Und da schützt er sich gerne mal mit der Behauptung, sein Körper sei nun mal so gebaut, dass er überdurchschnittlich viel Gas produziert, und das sei ein Fall für die Medizin. Dass er auch einfach aufhören könnte, Knoblauch und dergleichen zu essen, kommt ihm zwar in den Sinn, aber er hofft, dass niemand das von ihm erwartet. Er mag Knoblauch nämlich.
«Meine aktuellste Macke:
Schreiben in der dritten Person», sagt Robinson augenzwinkernd. «Das hat doch irgendwie Stil oder?» Der Autor muss ihm vorbehaltlos zustimmen.
«Meine phasenweise Macke:
Beat Boxen, herumtrommeln, mit dem rechten Bein zappeln, vorgeben ich hätte Rhythmus. Beat Boxen ist kein Kampfsport. Es ist die Formung rhythmischer Geräusche durch den Mund,» erklärt Robinson geduldig. Dass seine Variante des Beat Boxens wohl nur für diejenigen Zuhörer gut tönt, die sich in seinem Kopf befinden, ist ihm wohl noch nie in den Sinn gekommen.
«Meine nützlichste Macke:
Gesundheitsbewusstsein. Dann lacht ihr mich halt aus, wenn ich zu den Maggi-Spaghetti ein Rüebli serviere. Es muss eben sein. Sonst wäre es ja keine Macke.
Meine Lieblingsmacke:
Träumen. Vom Fliegenlernen. Von der Weltumseglung. Vom Reichsein.» Robinson schaut seine Antwort auf die Frage der Lieblingsmacken noch einmal an, und beschliesst: Seine Antwort war zu passiv. Er versucht’s noch einmal: «Träume umsetzen: Leben am andern Ende der Welt.» Nochmals fährt sein Blick kritisch über das Geschriebene. «Soll das denn überhaupt eine Macke sein?»
Denkpause.
«Da ist sie! Die Macke, die ich einfach nur gern habe, die aber nicht wirklich gesellschaftsfähig ist: In den unmöglichsten Verrenkungen am Tisch sitzen.» Ja, das ist sie. Ist schon vorgekommen, dass Robinson irgendwo zu Gast war, und die Gastgeber haben ihren eigenen Kindern gesagt, sie sollen sich gefälligst anständig hinsetzen. Was Robinson dann sogleich auf sich selbst bezog, und den Schneidersitz auflöste.
Robinson erhebt sich, drückt die Spülung, wäscht sich die Hände, und proklamiert feierlich: «Dieses Stöckchen geht weiter an Mawalt».
Donnerstag, 1 Februar 2007
«Die Indonesier», wäre die gewünschte Antwort, wenn die Rede vom H5N1- aka Vogelgrippe-Virus ist. So lächerlich es klingen mag, Indonesien proklamiert Urheberrechte auf die indonesische Variante des Virus. Ehrlich, wer’s nicht glaubt hört sich mal diesen ABC-Beitrag an (auf Englisch). Der Grund für dieses eigenartige Anliegen: Die Australische Pharma-Firma CSL arbeitet an einem Impfstoff, während die indonesische Regierung zusammen mit dem US Pharma-Unternehmen Baxter selbst auch eine Impfmethode entwickeln will. Robinson wagt mal die Annahme, dass es den Geimpften wohl mehr oder weniger gleich ist, ob die indonesische Regierung an ihrer Impfung mitverdient, solange sie nur sicher sind vor dieser heimtückischen Krankheit.
Und dann: Die Geschichte mit dem Penis auf dem Rasen der Bellemoor Secondary School in England soll hier nicht mehr näher untersucht werden. Fäkalhumor der Unreifen interessiert uns nicht. Oder nur am Rande. Jedenfalls nicht genug, um diesen (englischen) Artikel in der Melbourner Zeitung The Age anzuklicken.
Zum Abschluss wieder mal was zum Thema Religion. In Australien ist es üblich, dass Schulen und Kirchen beim Eingang ein Message-Board haben. Meist steht nur administratives Zeugs drauf wie «Schulferien bis am soundsovielten» oder «Predigt immer Sonntags um 9 Uhr» und so weiter. Manchmal steht auch was Informelles drauf wie «Wünschen viel Glück für die Prüfungen» oder «Jetzt ist die sicherste Zeit für einen Kirchenbesuch: Unser Pfarrer ist in den Ferien».
Heute gab es aber eine Kontroverse in den Medien. Mehrere Kirchen in Sydney, einschliesslich der Baptisten, haben folgenden Satz auf ihr Message-Board geklebt: «Jesus Loves Osama». Premierminister Howard zeigte sich erstaunt über die «Prioritäten» dieser Kirchen; er finde Kirchen seien zum Beten da, nicht zum Provozieren.
Obschon Robinson es noch immer nicht geschafft hat, zum Gläubigen aufzusteigen, meint er, die Botschaft besser verstanden zu haben als die betüpften Kirchengänger: Es geht ja nicht darum, zu sagen Osama sei ein guter Mensch. Im Gegenteil: Die haben sich die verabscheuungswürdigste Person ausgesucht die man sich denken kann, jemand der grad so böse ist wie Hitler und Stalin es waren, jemand der ebenso so viel Elend anrichtet wie George W Bush. Die haben sich extra eine solche Person ausgesucht, um zu illustrieren, wie ihr Jesus doch grosszügig ist, und wie radikal das Bibel-Zitat «Liebe Deine Feinde und bete für die, die Dich verfolgen» eben gilt.
Der Blasphemische wendet sich ab und sagt: «Was Jesus und Osama zusammen machen ist deren Privatsache, ich habe weder mit dem einen noch dem andern zu schaffen».