Obschon diese Meldung in Australien nur ein einziges Mal durch den Äther ging, findet Robinson die Geschichte so unglaublich amüsant, dass das Thema hier ganz an den Anfang gehört. Schweizer Christen fordern den Rückzug des Schweizer Beitrags zum Eurovision-Songcontest.
Wie sich herausstellt, hat die EDU an DJ Bobos Vampirlied Anstoss genommen. «Ausgerechnet DJ Bobos lied!», denkt sich Robinson, der sich noch gut daran erinnern kann, dass Bobo einmal in einem Lied gefordert hat: «Pray!» Damals hat sich Robinson noch über die religiöse Indoktrinierung jugendlicher Pop-Fans aufgeregt. Eigentlich hätte unser Auswanderer schon damals merken müssen, dass Bobos Texte nur aus Schlagworten bestehen, die für Leute gut tönen, die des Englischen nicht mächtig sind. Um Inhalte ging es nie. Ausser jetzt natürlich, wo der sogenannte DJ sich vom Biest hat vereinnahmen lassen und Dinge singt wie: «Sell your soul» oder «From Heaven to Hell enjoy the ride». Das ist jetzt natürlich ernst gemeint. Und die Leute sollen auf den Text hören. Um den geht es in diesem Lied. Nicht etwa einfach um gruseliges Vampir-Zeugs. Da haben die 50′000 Frommen ganz recht, wenn sie schreiben «da hört der Spass endgültig auf.» Robinson sieht es so: «Dieser lächerliche Streit bringt zum ersten Mal etwas Spass in den sonst langweilig-sülzigen Songcontest. Endlich mal eine Kontroverse!»
Noch viel mehr Aufmerksamkeit als DJ Bobo genoss in Australien allerdings Roger Federer. Es gibt kaum ein Thema, das Robinson egaler sein könnte als Tennis. Robinson hält Roger zwar für einen sympathischen Typen, aber die Frage, ob das Wort «egal» überhaupt in den Komparativ gesteigert werden kann, hält seinen Geist länger auf Trab als Sportnachrichten. Trotzdem: Bei weitem am meisten Erwähnung fand die Schweiz in Zusammenhang mit der Briefmarke, welche die Post nun zu Ehren Roger Federers herausgibt. Nett.
Dann wieder Xstrata, eine Schweizer Firma, die grossen Anteil am australischen Brutto-Inlandprodukt hat. Eine ihrer Tochterfirmen bietet nun $391 Millionen für die Kohle-Firma Gloucester. Auch die Firma Lionore steht auf der Einkaufsliste.
Xstrata war in der letzten Woche auch in den Medien, weil die einen Wohnwagenpark vermieten und die achzig Mieter jetzt hinauswerfen wollen.
Ebenfalls in den Medien: Die Schokolade-Firma Swiss Glory. Das ist natürlich eine australische Firma. Und die haben nun festgestellt, dass die Kunden vermehrt dunkle Schokolade kaufen statt Milchschoggi. Weil schwarze Schoggi ja so gesund ist. Bis mal wieder eine neue Studie herauskommt.
Osterschoggi war auch das Thema im Interview mit Thomas Bickle, Produktionsmanager bei Chocolate Company. Thomas erwähnt, dass er dritte Generation einer Dynastie von Patisserie-Chefs aus Deutschland und der Schweiz ist, und dass er heute in Margaret River lebt. Er sagt dunkle Schoggi ist gesund.
Und wer sich schon immer mal fragte, welche Gedanken Rodney aus Sydney so plagen: Rodney hat in einer SMS seinem Land mitgeteilt, dass er einen Deutsch-Schweizer Familiennamen besitzt, in Australien als Sohn von Australiern geboren wurde und sich als Weltbürger sieht. Danke für die Info, Rodney. Nein im Ernst: Robinson ist um jeden weiteren Weltbürger froh. Es gibt viel zu wenige davon.
Donnerstag, 12 April 2007 at 10:53
[...] 12, 2007 Posted by pipollina in 2e – Kopieren, einfügen, 2 – DEUTSCHE BEITRÄGE. trackback Beim Robinson findet ihr den neuen (stimmt das? bin dermassen nicht auf dem Laufenden in Sachen DJ Bobo und [...]
Freitag, 20 Juli 2007 at 10:55
Hello
Coole Site – bin per Zufall drauf gestossen.
Zum oben genannten Beitrag resp. zu nachfolgendem Thema habe ich noch eine Anmerkung:
„Ebenfalls in den Medien: Die Schokolade-Firma Swiss Glory. Das ist natürlich eine australische Firma.“
Swiss Glory ist zwar nach australischem Recht eine australische Firma, die Inhaber respektive die Firmengründer sind jedoch Schweizer. Anfangs den 60er Jahren ist Hermann Gloor, gelernter Bäcker/Konditor mit dem Schiff „Oranje“ nach Australien ausgewandert. In Melbourne angekommen, hatte er noch keine Arbeitsbewilligung und wurde nach einem Aufenthalt im Zwischenlager nach Camberra verfrachtet, wo er als Bäcker arbeitete. Da er auf dem Schiff seine heutige Ehefrau kennenlernte, kam er aber immer wieder nach Melbourne – backte der dortigen Wohngemeinschaft Kuchen bis er eine Stelle bekam. Mit Hilfe der Verwandtschaft seiner Frau wurde dann aus der einfachen Bäckerei/Konditorei eine „Schokofabrik“ mit ausgefeilten Pralinées. Probieren lohnt sich!
Sonntag, 22 Juli 2007 at 12:26
Hallo Conny, danke für den Comment – du kennst die Firma offensichtlich besser als nur vom Hörensagen.
Freue mich natürlich über ein Probiermüsterchen aus dem Hause Swiss Glory
Ich finde es nur lustig, wie viele Firmen sich mit Swissness schmücken – auch wenn die Produkte weder in der Schweiz hergestellt werden, noch dort erhältlich sind, noch sonst irgend eine Verbindung zur Schweiz haben. Paradebeispiel: Ein Schampoo mit „Swiss Vanilla“, eine Möbelmarke namens BaySwiss, oder Hygieneprodukte der Linie Swisspers.
Bei Swiss Glory verhält es sich natürlich anders, wie du schon geschrieben hast.