Nachtrag 19. März 2007: Aufgrund der vielen Klicks, die auf diesem Eintrag landeten, hat Robinson beschlossen, eine eigene Kategorie für Schweiz-Meldungen zu eröffnen. Der neuste Beitrag zu diesem Thema ist hier.
Robinson sitzt ja an der Quelle der Weisheit, die tagtäglich seinen australischen Mitbürgern aus den Medien entgegen sprudelt: Mit einem Mausklick kann er herausfinden, was in der letzten Woche über die sympathische Firma, die da zum Beispiel Macquarie Bank heisst, am Radio und im Fernsehen gesagt wurde (nicht viel Gutes). Letzte Woche einmal kam Robinson auf die unglaublich brillante Idee, den gleichen Dienst mal dem anderen Vaterland zu leisten. Dies bislang unentgeltlich, aber «Präsenz Schweiz» und alle anderen, die gerne Bares für Schweiz-PR auf den Tisch legen, sind herzlich eingeladen, sich mit dem Autor Zwecks Entschädigung in Verbindung zu setzen.
Anyway, von Freunden hat Robinson erfahren, dass sich die Schweiz derzeit wieder mit der EU in Sachen Steuern in den Haaren liegt. Angeblich soll das Verhältnis Schweiz-EU sogar in der EU recht grosse Aufmerksamkeit geniessen, was Robinson recht erstaunt. Wie sich hier jedoch zeigt, findet sich im australischen Rundfunk keine einzige Meldung zu diesem Thema. Die Wörter «Swiss» und «Switzerland» wurden in ganz anderen Zusammenhängen erwähnt:
Neuseeland: Forscher von der Uni Auckland haben herausgefunden, dass die Tageszeit wichtig ist für biologische Funktionen, und dass Schichtarbeit Wachsamkeit und Reaktion vermindert. In dieser Nachrichtenmeldung kam Anna Wirz-Justice zu Wort, Professorin an der Uni Basel.
Relativ vorteilhafte Erwähnung – Schweizer Forschung (zusammen mit Neuseeländer Forschung) bringt wichtige Fakten auf den Tisch.
Melbourne: Schweizer Truppen sind aus Versehen in Liechtenstein einmarschiert. Sie haben sich inzwischen unter Entschuldigungen in ihre Heimat zurückgezogen.
Eine Witz-Armee erobert einen Zwergstaat. Hilarious, würde man hier sagen.
Adelaide: Interview mit zwei Politikern, unter anderem Chris Schacht, ein ehemaliger Labor-Senator. Schacht sagt er habe früher begrenzte Beratungs- und Lobby-Arbeit für den Schweizer Flugzeugbauer Pilatus geleistet.
An diesem Beispiel kann man gut ablesen, dass die SP und die Labor-Party nicht wirklich Schwesterparteien sind: Ein Sozi arbeitet für die Pilatus-Werke und steht auch noch dazu? Zur Erinnerung: Pilatus hat einmal Flugzeuge nach Mexiko geliefert, mit denen Zivilisten umgebracht wurden.
Melbourne: Der Moderator sagt sein Lieblingsrestaurant in Alice Springs sei Schweizerisch-Indisch.
Eine nette Kombination. Robinson mag beide Küchen. Aber bitte nicht zusammen!
Sunshine Coast: Im Sportbericht braucht Weltranglisten-Erster Roger Federer noch sechs Siege um den Rekord zu sichern.
Jaja, er ist eben ein bisschen Federer.
Melbourne: Anruferin Paula spricht über das Leben in der Schweiz, wo eine ganz andere Einstellung zur Arbeit herrscht.
Also, dass die Australier gerade faul seien, kann Robinson nicht behaupten. Ja, er arbeitet weniger Stunden als damals in der Schweiz. Aber in vielerlei Hinsicht sind hier die Arbeitsverhältnisse strenger.
Mehrere Stationen: Schweizer Wintersportorte müssen sich wegen des Klimawandels auf andere Angebote einstellen als Skifahren.
Klimawandel ist hier ganz gross auf der Agenda. Diese Meldung ist einfach ein Aspekt aus einem Riesensortiment an Geschichten.
Mehrere Stationen: Eine Australierin ist in die Schweiz gereist, um sich dank Sterbehilfe von ihren Leiden zu erlösen. Die Schweiz ist das einzige Land in der Welt, wo man von einem anderen Land einreisen und von den zivilisierten Gesetzen Gebrauch machen kann.
Und hier in Down-Under versucht die Regierung sogar, ein Buch zu zensurieren, das für Sterbehilfe eintritt und argumentiert. Man kann anderer Meinung sein, aber Zensur liegt nicht drin, Herr Ruddock.
Canberra: Ein Panzer und ein Traktor sind in der Schweiz kollidiert. Der Traktor wurde nur leicht beschädigt, doch der Panzer musste abgeschrieben werden.
Wie schon gesagt, eine Witz-Armee, mit der jeder Krieg verloren ginge. Aber im Pistenpräparieren war sie gut, als es noch Schnee gab.
Sydney: Anrufer Stuart sagt, dass ein Schweizer Labor die ersten zwei Mikrosekunden der Realität herstellen will. Er sagt das könnte zu einem Schwarzen Loch en miniature führen, und das sei gefährlich und könnte den Planeten zerstören.
Der meint wohl das CERN. Diese Frankenstein-Meldung passt irgendwie in den feststellbaren Grundtenor: In der Schweiz passieren schräge, zum Teil etwas unheimliche Dinge…
Sydney: Ein Schweizer Bus wurde von seinem eigenen Rad überholt. Der Moderator scherzt das sei wohl ein überzähliger Bus aus der Neusüdwales-Flotte gewesen.
Robinson behauptet dass die Meldung wohl falsch verstanden wurde. Gemeint ist nicht ein Bus, sondern ein 2DM der Armee.
Darwin: Ein 23-jähriger Schweizer muss sich vor Gericht in Alice Springs verantworten (und vorläufig da bleiben), nachdem er einen schweren Unfall gebaut hatte. Eine 51-jährige Person liegt in ernstem Zustand im Spital.
Traurig. Der Kerl wollte ja wohl nur Ferien machen. Und jetzt hat sein Leben eine dramatische Wendung genommen. Robinson kennt den genauen Unfallhergang nicht.
Melbourne: Der frühere Labor-Senator Graham Richardson wird vom Steuerbüro beschuldigt, ein Schweizer Bankkonto unter fremdem Namen geführt zu haben.
Aber nein, unsere Banken tun niiiiiie was Unseriöses! Banker-Ehrenwort!
Warrnambool: Einem Schweizer ist es gelungen, eines der grössten Medienhäuser seines Landes zu verarschen: Die druckten ein zweiseitiges Inserat ab, in dem er selbst halbnackt neben einer Gucci Parfüm-Flasche posierte.
Wieder so eine weird stuff-Meldung. Robinson mag diesen Exhibitionisten mit der Extraportion Humor!
Mittwoch, 14 März 2007 at 5:00
Mir si äbe scho es komisches Vouk. =
Wir sind eben schon ein komisches Volk. =
We are a little bit strange.
wers noch in Französisch und Italienisch haben möchte… Bitte, das sollte ich einigermassen zu Stande bringen… Aber Rumantsch Grischun?!!!? Das ist einfach zuviel verlangt! Welcher andere Fleck auf der Erde hat denn sonst noch drei bis vier Landessprachen?
Und weiter: die Lichtensteiner, die waren mir schon immmer ein Dorn im Auge
*zwinker*
*nochmalzwinker*,
endlich macht die Schweizer Armee mit ihren Super-Panzern, Traktoren und Bussen etwas dagegen! Vielleicht hilft ja auch noch ein Schwarzes Loch oder noch besser – wir hetzen Roger Federer gegen sie auf! (Den Klimawandel und die gefährlichen Autofahrer sparen wir uns noch für Monaco und Andorra!
Den Rest könnt ihr euch denken (Schweizer-Küche, Einstellung zur Arbeit und so weiter und so fort…)
Und trotzdem, wir lieben sie, die gute alte Schweiz! http://pipollina.wordpress.com/2007/03/11/unruhe/
Mittwoch, 14 März 2007 at 5:10
Hat das „Nochmalzwinker“ gegen den Dorn was ausgerichtet?
Geil, ich bin dabei bei deinen Welteroberungsplänen!! Vielleicht können wir uns mit dem Vatikan verbünden, damit er uns die Schweizergarde zur Unterstützung schickt. Mit dem Fliegenden Spaghettimonster…ehm, ich meine mit dem einzig wahren Glauben auf unserer Seite, sind wir sicher unbesiegbar!
Uoooh, jetzt tschuderet’s mich aber: Ich glaube in der Geschichte hat es mal tatsächlich Völker gegeben, die so gedacht haben… (._.)
Mittwoch, 14 März 2007 at 5:15
*roflastc*
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(= „Ich rolle lachend auf dem Boden und erschrecke dabei die Katze.“)
Freitag, 16 März 2007 at 2:04
das *roflastc* gilt natuerlich fuer Teil I und II deines Comments.
Sag mal – darf ich die Texte in Englisch haben und in Englisch nach meinem eigenen Gusto kommentieren?
Sonntag, 18 März 2007 at 2:27
Mein Arbeitgeber hat das Copyright an den Zusammenfassungen. Aber in paraphrasierter Form (klingt toll dieses Fremdwort, findest du nicht?), also in umforulierter Form kannst du natürlich damit machen was du willst.