Diese Worte hat Robinson schon lange nicht mehr ausgesprochen, doch jetzt ist es wieder so weit: Endlich Wochenende! Wer eine Zeit lang keiner regelmässigen Arbeit nachgegangen ist, hat anfangs Mühe, wieder in einen Rhythmus zu kommen. Kommt erschwerend hinzu, dass die neue Arbeit als Secondhand-Journalist bislang mal um neun, mal um acht und mal um sechs Uhr begann.
Es ist ja schon interessant, von Berufs wegen immer auf dem neusten Stand zu sein. Doch die Arbeit hat auch ihre Tücken und schleift arg an den Nerven, beklagt sich unser Auswanderer. Denn die Deadlines sind, Vorsicht Wortspiel, «deadly». Um, sagen wir, eine halbe Stunde Frühstückssendung in einer halben Stunde zusammenzufassen, muss man die Abspielgeschwindigkeit der Sendung etwa auf 156 Prozent haben. Das heisst, man hört sich die Sendung viel schneller an, als sie gesendet wurde, und natürlich sind die Stimmen der Leute verschlumpft und ver-Donald-Duck-t. Und was macht es im Kopf nach Feierabend? Genau, Robinsons eigene Gedanken klingen auch wie Donald Duck und sie sind irgendwie schneller. Es fällt Robinson schwer, zu erklären, was er meint, ohne von den «Stimmen im Kopf» zu schreiben, was ihn in den Dunstkreis der Verrücktheit bringen würde. Nun jedenfalls findet er es schwierig, von den hypernervösen Radioprogrammen auf Speed abzuschalten. Und es kommt ihm irgendwie komisch rein, dass er eine Frühstückssendung von A bis Z aufmerksam durchhören kann, ohne danach fähig zu sein, die Stimme des Moderators zu erkennen, wenn er ihm auf der Strasse begegnete.
And now to something completely different: Auf diesem Blog hat unser Auswanderer ja bereits einmal über den neuen Tourismus-Werbespot «Where the bloody hell are you?» berichtet. Die Geschichte hat inzwischen eine Fortsetzung. Die Pommies haben sich davon überzeugen lassen, dass das Wort «bloody» witzig ist und kein richtiges Fluchwort, und dass es auf jedenfall freundlich gemeint und sehr australisch ist. Dazu musste die Tourismus-Ministerin und die Bikini-Hauptdarstellerin extra in Kleinbritannien vorsprechen.
Jetzt haben sich die Kanadier beklagt. Nicht wegen «bloody hell» aber wegen des Spruchs «wir haben das Bier für dich kaltgestellt». Man dürfe Alkohol zur Sendezeit von Familienprogrammen nicht so einfach mir nichts dir nichts als harmloses Alltagskonsumgut darstellen. Die Aussies begegnen dieser Kritik pragmatisch: Der Bier-Spruch wird ersetzt durch irgendwas anderes, es heisst es seien genügend witzige Sprüche im Köcher.
Und zuletzt hat sich auch noch eine evangelikal-konservative Elterngruppe von Amis zusammengetan, die den Spot insgesamt für nicht familientauglich hält. Fortsetzung folgt wahrscheinlich.
Übrigens beklagen sich einige Radiomoderatoren, dass es nun als rassistische Beleidigung gilt, an Cricket-Matches die Engländer mit «Pommy bastards» zu betiteln («Pom» für «Prisoner of Her Majesty», «bastard» für Bastard). Sie finden, der Ausdruck sei reine Freundlichkeit. Sie anerkennen aber, dass es rassistisch ist, Südafrikaner «Kaffer» zu nennen und würden das daher nie tun, womit Robinson völlig einverstanden ist. Scheints gibt es auch einen Ausdruck, den die Pommies für die Australier bereithalten, aber den haben sie am Radio nicht zu erwähnen gewagt…
